Geschichte

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Die Stadt Frýdek-Místek liegt im nordöstlichen Teil von Mähren, am Zusammenfluss der Flüsse Ostravice und Morávka in einer Durchschnittshöhe von 290 m.ü.d.M. Sie entstand durch den Zusammenschluss der beiden historischen eigenständigen Städte - Místek, auf der mährischen Seite des Flusses Ostravice und Frýdek, die sich bereits in Schlesien befindet. Beide Städte haben sich über Jahrhunderte eigenständig entwickelt und ihr Entstehen verdanken sie der Kreuzung des wichtigen Handelsweges von Olomouc nach Krakau.

mistecke_nam Die ältesten schriftlichen Quellen belegen die Existenz der Gemeinden in den Vorbeskiden bereits zur Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Dorf mit dem Namen Friedeberg, später Místek, taucht im Jahr 1267 im Testament des Olmützer Bischofs Bruno aus Schauenburg auf. Místek wird als Markt Dorf mit vierzig Feldern charakterisiert. Durch eine Vereinbarung aus dem Jahr 1256 zwischen dem böhmischen König Přemysl II. Otakar und dem Opoler Fürsten Vladislav wurde die Grenze zwischen Mähren und dem Opoler Piastenfürstentum entlang des Flusses Ostravice festgelegt. Der Fluss bildete bis zum 1. Dezember 1928 die Landesgrenze zwischen Mähren und Schlesien. Das genaue Gründungsdatum von Frýdek ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ersetzte der Name irgendwann im Zeitraum zwischen den Jahren 1327 ? 1335 seinen Vorgänger ? das Dorf Jamnice.

Der mährische Teil der Region litt unter den internen Kämpfen nach dem Tod von Wenzel III. Die meisten Gebiete waren damals bischöfliche Felder. Während der heimischen Kriege am Ende des 14. Jahrhunderts wurde Friedeberg zerstört. Es wurde eine neue Stadt mit dem Namen Newenstetil (Nové Městko oder Místko) gegründet. Im Jahr 1402 wurde Místek gemeinsam mit der gesamten Herrschaft an das Teschener Land angeschlossen. Im 16. Jahrhundert war das zusammengeschlossene Herrschaftsgut Frýdek-Místek Gegenstand von Streitigkeiten, weil dem Stadtteil Místek die endgültige Trennung von Mähren und der Anschluss an das Teschener Land drohte. Die Situation wurde im Jahr 1581 gelöst, als der Bischof Stanislav Pavlovský Místek und auch Frýdek gekauft hat, dessen Eigentümer bis zu dieser Zeit Jiří aus Lohov war. Drei Jahre später hat Bischof Pavlovský das Herrschaftsgut Frýdek an Bartholomäus von Bruntal aus Vrbno verkauft und Místek wurde an den Herrschaftssitz Hukvaldy angeschlossen, dessen Bestandteil es bis zum Jahr 1850 blieb.

fryd_zamek Der Herrschaftssitz Frýdek-Místek bestand bereits im Jahr 1580 aus insgesamt 22 Gemeinden mit 681 Anwesen. Davon hatten die beiden Städte Frýdek und Místek 267 Anwesen, wobei Frýdek selbst 163 hatte. Es war der Herrschaftssitz des Eigentümers, der das Mautrecht, das Bannrecht und weitere inne hatte, das Zwirngewerbe war das meist verbreiteteste. Místek hatte eher einen landwirtschaftlichen Charakter. Der Handel mit Salz und Vieh war für beide Städte ertragreich, ebenso wie die Holzverarbeitung und die Fischzucht. Beide Städte blieben nicht von verheerenden Bränden, Pestepidemien und Kriegshandlungen verschont. Die Bewohner hatten unter der Fronarbeit zu leiden. Der antifeudale Widerstand führte auch zu Aufständen. Der ungehorsame Sohn des Vogtes Ondráš, der im Jahr 1715 in den Händen der Menschen seines Schlages im Gasthaus von Sviadnov den Tod fand, wurde zur legendären Gestalt der hiesigen Region, die mit dem Volksaufstand gegen das Geschlecht der Pražma verbunden ist. Nach ihnen befand sich Frýdek bis zur Gründung der Republik im Besitz der Habsburger.

Im Jahr 1832 wurde in Frýdek die erste Textilfabrik gegründet und im Jahr 1833 die Königshütte in Lískovec, heute die Aktiengesellschaft Válcovny plechu Frýdek-Místek. Die Textilerzeugung und die Eisenindustrie hatten im nächsten Jahrhundert eine Vorrangstellung in der sich entwickelnden Industrie der gesamten Region.

Die beiden eigenständigen Städte Frýdek und Místek schrieben bis zum 1. Januar 1943 ihre getrennten Geschichten. Durch die Macht der nationalsozialistischen Beamten wurden beide Städte zu diesem Tag zusammengeschlossen und erhielten den Namen Frýdek. Die Diskussionen der Bürger und der Amtsorgane betreffend die Benennung der Stadt nach der Befreiung im Jahr 1945 wurde definitiv durch den Beschluss des Innenministeriums über die Festlegung der amtlichen Bezeichnung der Stadt Frýdek-Místek mit Gültigkeit ab 1. Januar 1955 beigelegt und am 1. 7. 2006 wurde Frýdek-Místek zu einer statutarischen Stadt erhoben.

Frýdek-Místek hat über die gesamte Zeit seine Persönlichkeit und Einzigartigkeit behalten. Der beste Beweis dafür sind die neu rekonstruierten Kerne beider Städte. Das auffälligste Artefakt der Vergangenheit ist sicherlich das Schloss Frýdek, der das steile Ufer am schlesischen Ufer des Flusses Ostravice krönt. Man muss jedoch auch auf weitere sehr wertvolle Sehenswürdigkeiten hinweisen. An erster Stelle die Basilika Minor (Basilika der Heimsuchung der Jungfrau Maria), die Pfarrkirche des hl. Johannes und Paul im Rokokostil in Místek, die gotische Pfarrkirche des hl. Johannes des Täufers und die Kirche im Stil der Spätrenaissance des hl. Jost in Frýdek. Von den weltlichen Sehenswürdigkeiten, außer den Bürgerhäusern in unmittelbarer Nähe der beiden Plätze, sollte eine Reihe von öffentlichen Gebäuden aus der Jahrhundertwende erwähnt werden. Diese sind auch zur gegenwärtigen Zeit oft ein Ort vieler bedeutender Kulturbetriebe. Insbesondere das Volkshaus in Místek, das gemeinsam mit dem Schlossgelände, heute Museum der Beskiden, die Hauptstützen des Lebens der Stadt, aber auch der gesamten Region bilden.

 
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